
So einen Popel sollte es schon sein.
Nun popeln also die Damen und Herren weiter um Opel. Heute findet das letzte große Treffen statt, an dem die Regierung Merkel „über ihren Favoriten für eine Übernahme von Opel entscheiden“ will, für Investoren stehen zur Auswahl. Zuvor hat noch der Adel aus Bayern in Person des Herrn Gutenberg von „Insolvenzverfahren“ gefaselt und ein bisschen Wahlkampf gemacht.
Übrigens scheint dann heute wohl Frau Merkel auch ihren Rücktritt bekannt zu geben, denn seit zwei Tagen tauchen Wahlkampfplakate mit ihr auf. Unklar ist, was sie damit will? Bisher waren nur Kandidaten auf den Plakaten, die sich auch ins Europaparlament wählen lassen. Frau Merkel scheint dies dann auch zu wollen, oder warum ist sie Alleinunterhalterin auf dem Wahlplakat? Vielleicht soll es auch nur Werbung für Schminke sein, mit der man viele Falten kaschieren kann.
Kohle für die Popels
Egal, der Aufsichtsrat von Opel will schon heute Morgen über die „rechtliche Abkoppelung des neuen europäischen Unternehmens von der angeschlagenen US-Mutter General Motors“ entscheiden. Für viele Arbeitnehmer bei Opel ein eindeutiges Signal. Nur für die anderen Opfer der Krise heißt das, bist du kein Popel so gibt es auch keinen Opel, sondern allenfalls bald das Hartz IV Modell.
Nicht so passend zur Europawahl scheinen die Belgier die Popeleien um Opel zu finden und fordern von Merkel eine europäische Opellösung. Der Graf aus Bayern hat dazu noch gar keine Position und man darf davon ausgehen, dass Belgien notfalls die EU einschaltet. Das Popeln um Opel war wohl nicht so passend vor der Europawahl.
Und so wird es mit dem Popeln weiter gehen, das ist nur der erste Akt gewesen, quasi das Berliner Vorspiel. Ähnlich geht es jetzt beim Patienten Arcandor zu. Die brauchen bekanntlich viel Kohle oder Bürgschaften und schon hat sich der Rivale Metro die Hände gerieben und ein Verkaufsangebot rübergefaxt. Das schmeckte aber den Karstadt-Boys gar nicht und sie forderten deshalb nachhaltig Staatsknete an. Was den Popeln recht ist, ist Karstadt billig. Doch Metro sieht das anders und fordert keine „Staatshilfen für den Arcandor-Konzern“ also keine öffentlichen Bürgschaften.

Klar Jungs, ihr kriegt auch ein paar Popels.
Und weil nun alle im Gespräch sind, ob der Graf aus Bayern oder die Zukunft von Merkel nach ihrem Wahlkampfplakat, oder eben bei Opel, Popel und Arcandor die Arbeitsplätze und wie viel Knete jeder erhält, will nun Peer Steinbrück auch mal was sagen. Und danach können die Arcandorianer mit Staatsknete rechnen. Denn „Hilfen des Staates für die Muttergesellschaft der Karstadt-Warenhäuser seien keineswegs ausgeschlossen, sagte Steinbrück am Morgen im ARD-Morgenmagazin.“ Was will man mehr als Karstadtianer.
Die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere, weil die Tiere eben groß sind. Und die Kleinen kriegen mal wieder Hartz IV, weil sie eben klein sind. So ist das bei den Pobeleien unserer Regierung, nicht alle Bürger sind gleich, manche sind eben gleicher als gleich. Kennen wird doch von Farm der Tiere, nur bei George Orwell waren es eben die Schweine. Nur im Grundgesetz steht etwas anderes, nur wenn interessiert das in Popelcountry?
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