
Das Schloß vom Baron.
Nun haben viele Länder die Talsohle der Finanzkrise hinter sich. Banken beginnen in den USA und Island ihren Schaden wieder gut zu machen, sie bezahlen Geld zurück, wen auch sicherlich nicht alles. In Deutschland dagegen arbeitet man immer noch an den Bad-Banken, wie es die Postbank, Deutsche Bank und der Staat tun muss. Noch immer sind nicht alle toxische Wertpapiere erfasst. In Deutschland arbeitet man jetzt wohl gerne nach der Methode von Baron Münchhausen.
Die Konsumenten zu mindest reagieren richtig, sie geben ihr Geld aus, anstatt es zu einer dieser dubiosen Geldinstitute zu bringen. “Das GfK-Konsumklima für Juli verbesserte sich überraschend auf den höchsten Stand seit einem Jahr und stieg auf 2,9 von revidiert 2,6 Punkten.” Wir Bürger also heben die Nachfrage an, so lange es eben geht, selbst die Marktforscher vom GfK räumen ein, dass dies mit der beginnenden Massenarbeitsloigkeit sich ändern wird.

Dunkle Wolken kommen.
“Die Geschäfte der Dienstleister gingen stärker zurück als im Mai, wie eine Umfrage der Marktforscher von Markit unter mehreren hundert Unternehmen ergab.” Die Rezession beginnt. Und nach und nach melden die Arbeitgeberverbände den Trend für die nächsten beiden Jahren. “Gesamtmetall befürchtet wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise einen baldigen Personalabbau in der Branche.” Der Export hat ein zu niedriges Niveau erreicht, wenn auch die Talfahrt langsam stoppt, doch damit kommen keine Aufträge zu stande, die das Geschäft bekanntlich beleben. Zu sehr hat Deutschland gemeint, man könne den dicken Max mimen, doch damit ist es jetzt wohl auch bei Steinbrück vorbei.
Und selbst die Baubranche, der Hauptnutznießer des Konjunkturpaketchens 2 sieht ihre Aussichten nicht gerade rosig. Zu Kurz gedacht war das Paket 2. “Trotz der milliardenschweren Konjunkturprogramme bekommt das Bauhandwerk dieses Jahr die Krise kräftig zu spüren.” Der Stellenabbau wird auch dort kommen, obwahl das Niveau niedrig sein dürfte. Und geht es den Hauptakteuren schlecht, so leiden auch die Zulieferer der Branche. “Der Holzverarbeiter Pfleiderer will auf die schleppende Geschäftslage mit weitreichenden Stellenstreichungen reagieren.”
Joe sammelt weltweit Schrottimmobilien
Selbst in den USA hat sich der Immobilienmarkt noch nicht richtig erholt. Das bekommt Joe Ackermann zu spüren. “Die Deutsche Bank ist Kreisen zufolge mit dem Verkauf eines New Yorker Hochhauses des einstigen Immobilien-Moguls Harry Macklowe gescheitert.” Die Deustche Bank sammelt jetzt wohl weltweit Schrottimmobilien wie früher die US-Bürger Schweizer Uhren. Und dem deutschen Staat geht es nicht viel besser, er muss sich 84 Milliarden leihen, wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?
Und was für den Staat so einfach ist, das ist für Porsche ein Spießrutenlaufdurch die Amtsstuben geworden. “Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger sieht gute Chancen, dass der hoch verschuldete Sportwagenbauer Porsche doch noch einen Kredit von der staatlichen KfW-Bank erhält.” Doch mit der Lobby um Oettinger wird auch Guttenberg sich jetzt zurück halten, im Süden kriselt es.

Hier wählen dann alle ohne Alternative.
Und dass eine Krise für die Verursacher aus den Vorstands- und Chefetagen auch Gutes hat, zeigt uns die Entwicklung des Lohnniveaus. Seit fast 20 Jahren fällt und fällt das Niveau, bald sind wir ein Land der “Billigjobber” vom Rhein bis zur Oder, die Chinesen freut das, sind sie nicht mehr alleine auf der Welt als Wanderarbeiter für einen Appel und en Ei. “Die Deutschen haben zum Jahresauftakt trotz des scharfen Rückgangs der Inflation unter dem Strich Einkommenseinbußen erlitten.” Und wer nicht mehr mit 55 oder 60 oder 65 arbeiten kann, der hat auch mit 67 keine Chance mehr auf eine Rente. Der DGB sieht schlechte zeiten kommen und fordrt daher eine frühere Verrentung als sinnvoll an, wie das die SPD auch diskutiert. “Zu den zusätzlichen Rentenkürzungen von 7,2 Prozent durch die Rente mit 67 komme noch die Gefahr hinzu, kurz vor dem Ruhestand noch in Hartz IV abzurutschen. Die Rente mit 67 erhöht das Risiko der drohenden Altersarmut also um ein Vielfaches, warnte Buntenbach.”
Der Sommer wird schön, die Konjunktur schlecht und September sollte man sich überlegen, ob Nichtwähler doch schlaue Menschen sind.